verzweifelt und (lebens)müde...

© hati - Fotolia.com
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"Er (Elia) selbst aber ging in die Wüste eine Tagesreise weit und kam und ließ sich unter einem einzelnen Ginsterstrauch nieder. Da wünschte er sich, sterben zu können, und sagte: Es ist genug. Nun, Herr,  nimm mein Leben hin! Denn ich bin nicht besser als meine Väter. Dann legte er sich nieder und schlief unter dem einen Ginsterstrauch ein: und siehe da, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf, iß! Und als er aufblickte, siehe, da lagen neben seinem Kopf ein Brotfladen, auf heißen Steinen gebacken, und ein Krug Wasser. Und er aß und trank und legte sich wieder hin."
Die Bibel (LUT): 1. Könige 19,4-6

 

Wenn wir uns den Zusammenhang anschauen, in der diese Verse stehen, dann sehen wir, dass es dem Propheten zu dem Zeitpunkt nicht gut ging. Er machte in diesem Moment eine schwere Zeit durch. Es ist derselbe Elia, der vor ein paar Stunden vor dem Volk auf dem Berg Karmel einen glorreichen Sieg errungen hatte. Eigentlich müsste der Diener des Herrn doch noch voller Freude und voller Enthusiasmus über seinen Sieg sein, aber die Verse zeigen uns einen Menschen, der mit seinem Leben abgeschlossen hat und auch davon  nichts mehr erwartet.

Wie kam es zu so einem Stimmungswandel?

Wenn wir uns Elias Worte anschauen, dann merken wir, wie eine gewisse Enttäuschung daraus klingt. Elia ist enttäuscht, dass trotz seines Erfolges auf dem Berg anscheinend keiner vom Volk zum Herrn zurückgekehrt ist. Die Worte, die das Volk nach dem gesandten Feuer ausrief, die hat Elia anscheinend vergessen. 

Obwohl er über hundert Kilometer von Israel entfernt ist,

meint er dort in der Wüste zu wissen, wie sie sich entschieden haben. Enttäuschungen aus den vorherigen Erlebnissen müssen verdaut werden. Der Satan möchte unseren Sieg  immer als eine Niederlage verkaufen und in dieser Verzweiflung und Unglauben wünscht Elia sich zu sterben. Er war völlig mit sich selbst beschäftigt und schaut nicht auf Gott. Anstatt die Wüste aufzusuchen, seine Lehrstube, um sein Herz vor Gott auszuschütten und um neue Kraft in Gemeinschaft mit dem Herrn zu sammeln, wünschte er sich, lieber zu sterben. Ja, wenn wir verzagt sind, dann fehlt der Mut für den nächsten Schritt. Vorher hat Elia sich immer erst auf den Weg gemacht, wenn er einen ausdrücklichen Befehl des Herrn erhielt. Auf diesen Weg hier wurde er nicht durch ein Wort Gottes getrieben, sondern durch das drohende Wort einer Königin. Er hatte es in diesem Moment erlaubt, dass die gottlose, mächtige Isebel sich zwischen ihm und Gott stellte


Nun, wie reagiert Gott? Wie geht er mit seinem enttäuschten Diener um? Wir sehen, dass Gott ihn nicht fallen lässt. Elia wird ein Zeuge der zarten Fürsorge Gottes. Gott gibt seinem Geliebten Schlaf. Elia mag den Schlaf als den ersten Boten seines Todes gehalten haben, um den er in seinem einzigen, nicht erhörten Gebet bat, aber Gott gab ihn den Schlaf, um sich auszuruhen. Die letzten Stunden des Elias waren sehr aufregend und voller Aktion. Er war auf der Flucht und schlichtweg müde. Es wurde Zeit, mal wieder zu schlafen.

Die Worte, die wir morgens im ausgeschlafenen Zustand von uns geben, unterscheiden sich oft von denen, die wir ermüdet abends sagen. Ein Ermüdeter ist nicht in der Lage, vollkommen Herr seiner Sinne zu sein. Wir sehen in der Bibel, dass der Herr seine Diener immer wieder in die Stille führte, wo er sie für kommende Aufgaben zurüstete, aber ihnen auch Zeit gab, sich auszuruhen. Gott weiß, dass wir keine Maschinen sind und deshalb auch eine Zeit der Ruhe brauchen.

Aber Gott geht hier in dieser Geschichte sogar noch weiter. Er versorgt seinen Knecht. Er gibt ihm Brot und Wasser. Im 17. Kapitel war es Elia, der anderen Menschen Nahrung durch Gottes Wunder aussteilen konnte. Hier an dieser Stätte, wohin ihn sein Unglaube gebracht hat, ist er ohne jegliche Nahrung. Doch Gott denkt an ihn und die einzige Kraft, die er erhalten kann, bekommt er durch die Speise, die Gott für ihn bereitet hat. 

Autor: Waldemar Eggert

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Kommentare: 2
  • #1

    Alwin Friesen (Montag, 13 Januar 2014 12:14)

    Ich bin echt super dankbar für diese tolle Auslegung da es mir oft ähnlich geht. Zwar stecke ich in keinem Krieg oder muss auch kein Volk führen aber es gibt in meinem Leben sogar schon viele kleine Kämpfe und ich weiß jetzt wieder, dass Gott kämpft und im richtigen Moment, das Richtige vorbereitet damit wir weiterkämpfen können wenn es sein muss.
    Danke Gott und auch Waldemar und Ben ;)

  • #2

    admin (Montag, 13 Januar 2014 12:20)

    Vielen Dank für deine Rückmeldung! Das macht Mut.
    Gottes Segen auch dir bei deiner Arbeit.