Tagebucheintrag - Mk. 5

Quelle: http://www.partenia.org/images/201004/Jesus_femme.jpg
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Liebes Tagebuch,

 


ich bin frei! Ich bin endlich frei!


Ich habe es gewusst! Er ist der Sohn Gottes.

Also, ich habe schon seit 12 Jahren eine schreckliche Krankheit, die Ärzte nennen es Blutfluss. Dabei verliere ich sehr viel Blut. 12 Jahre.. 12 Jahre! Mit jedem Tag fühlte ich mich schwächer. 12 Jahre lang. Ich hatte von guten Ärzten gehört. Teilweise sind sie weit gereist. Ich habe all mein Gut verkauft und sie damit dann bezahlt. Niemand, gar keiner von ihnen konnte mir helfen. Es wurde jeden Tag schlimmer. Doch von einem Arzt habe ich gehört. Dieser hat Krankheiten sofort verschwinden lassen, so sagen die Leute. Ich hatte kein Geld mehr, nichts hatte ich. Nicht mehr lang, dann wäre auch mein letztes bisschen Blut verflossen. Dann hätte ich auch kein Leben mehr. Ich hatte mich seit ein paar Wochen schon damit abgefunden bald zu gehen. Doch als ich heute nachmittags zur Tür hinaus schaute, weil etwas lärm auf der Straße war, wurde ich neugierig. Ich habe nicht verstanden, von dem was die Leute mir sagten, als ich sie fragte. Die waren so aufgeregt alle. Als gäbe es etwas umsonst, so haben sich die Leute beeilt. Sie sagten nur etwas wie: Jesus... am Ufer. Kurz dachte ich nach. Das musste er sein, dieser Arzt, Jesus. Trotz Schmerzen rannte ich beinahe. Zuerst fragte ich mich, wie ich den wohl finden würde, aber schwer war das nun wirklich nicht. Das Zentrum des Getümmels, mittendrin da war er. Ich quetschte mich ganz nah zu ihm. Freundlich sah er aus. Anders freundlich. Anziehend freundlich. Da war auch ein Mann, Jarius, so nannten seine Freunde ihn. Er stelle sich erst wie eine Mauer vor Jesus. Man konnte jedoch erkennen, dass der Mann Angst hatte. Dann fiel er vor Jesus nieder. Ab diesem Moment war ich mir sicher. Er muss der größte Arzt sein. Jarius flehte Jesus mit verweinter Stimme an: Bitte Jesus! Meine Tochter, sie atmet kaum noch. Bitte! Jesus kniete ich zu ihm nieder, nahm seine Hand, sagte mit freundlicher Stimme: Steh auf. Wo wohnst du? Jarius bekam Farbe in sein Gesicht. „Nicht weit von hier“, presste er es aus sich heraus, so stark atmete er. Als sie losgingen, wurde mir klar, dass das hier meine letzte Chance war. Ich wusste nicht was ich machen sollte. Nur berühren, dann werde ich gesund! Von hinten, versuchte ich unauffällig seine Kleidung zu berühren, nur kurz anzufassen. Ich bekam es zu fassen, blieb stehen. Wie ein Stein muss ich ausgesehen haben, so starr stand ich da. Ich war gesund geworden, ganz klar! Ich bekam wieder Kraft. Die Stimme von Jesus hatte mich wieder geweckt. „Wer war das? Der zeige sich!“ Ich konnte nicht anders. Ich kam zu ihm, fiel auf meine Knie und sagte ihm, dass ich es war und weshalb ich das gemacht habe. Ganz still war es. Hundert Menschen waren bestimmt da, keiner machte einen Ton. Ich starrte einige Sekunden lang auf den Boden, bis ich eine raue verstaubte, aber warme Hand an meiner fühlte. Ich sah hoch. Er lächelte, „dein Glaube hat dir geholfen!“ Er half mir hoch und es wurde wieder lauter um mich herum. Alle staunten. Wenige Minuten später sagten die Freunde von Jarius, dass seine Tochter gestorben sei. Jarius bekam wieder Angst, das sah man ihm an. Er schaute Jesus an. Jesus so ruhig, wie war, sagte: „Fürchte dich nicht Jarius! Glaube nur!“ Dann gingen sie los. Ich musste folgen! Heimlich ging ich hinterher. Irgendwann lief Jarius plötzlich los, gerade aus auf ein Haus zu. Da waren ein paar Menschen, die weinten. Sicher war es, dass das Mädchen gestorben ist. Dann fragte Jesus etwas seltsames: „Warum weint ihr? Das Mädchen schläft nur.“ Aus dem weinen der Leute wurde ein stolzes Anfahren: „Bist du blind? Das Mädchen ist tot.“ Jesus bat alle hinauszugehen. Nur die Eltern, die Männer, die mit Jesus waren und er selbst gingen rein. Nur eine Minute, dann kamen sie raus. Da war es, das Mädchen, es lief zu allen diesen verweinten Menschen, umarmte sie, zeigte sich. Sie fiel Jesus um den Hals. Am liebsten hätte ich das auch getan, bestimmt jeder von ihnen. Als ich das alles erlebt und gesehen habe, ging ich nach Hause und überlegte erst: Dieser Mensch ist ein besonderer. Zu zwei verschiedenen Menschen hat er gesagt, dass der Glaube ihm helfen würde. Zu mir und zu Jarius. Wir sind keine besonderen Menschen. Aber wir dürfen daran glauben, dass er alles schafft. Gnade muss es sein, Liebe. Dieser Jesus kann allen helfen, er hat auch das Mädchen wieder lebendig gemacht. Er muss Gottes Sohn sein, der versprochene Messias. Das werde ich allen Menschen sagen, allen! Sie sollen es alle wissen! Der Retter ist wirklich hier!

Ach, stimmt, die Menschen rannten, als gäbe es etwas umsonst. Es gab heute wirklich was umsonst: Leben!


 

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